
– wenn du dich nicht entscheiden kannst

Manchmal haben wir große Schwierigkeiten, uns zu entscheiden. Eine bestimmte Frage lässt uns einfach nicht los. Wir sind innerlich zerrissen und finden keinen Frieden, solange sie im Raum steht. Dabei drehen wir uns mitunter lange im Kreis, in der Hoffnung, neue Aspekte zu entdecken, die Klarheit bringen und uns unsere Entscheidung vereinfachen. Wir wälzen unser Problem unzählige Male hin und her, jedoch ohne, dass wir zur Entscheidungsfindung kommen.
Eine Entscheidung fällt uns besonders schwer, wenn mehrere Optionen gleichermaßen stimmig erscheinen – oder wenn keine davon wirklich überzeugt.
Auf der Suche nach Entscheidungshilfe wenden wir uns möglicherweise an Freunde. In Gesprächen mögen wir neue Aspekte unserer Situation entdecken und Klarheit gewinnen – manchmal fühlen wir uns anschließend jedoch noch zerrissener.
Am Ende müssen wir selbst die Entscheidung treffen und mit ihr fein sein; das kann uns niemand abnehmen.
Manchmal nehmen wir Abstand, widmen uns anderen Dingen und hoffen, dass die Zeit Klarheit bringt. Vielleicht tut sie das auch, zum Beispiel wenn Komponenten der Fragestellung sich weiterentwickeln – oder aber wenn Entscheidungsfenster ablaufen. Im letzteren Fall trifft jemand anderes die Entscheidung für uns.
Es sind vor allem große, wichtige Entscheidungen im Leben, die uns schwerfallen. Doch auch 'kleine' Entscheidungen, die uns von außen betrachtet als Lappalien erscheinen, können sich als scheinbar unüberwindbare Hürde herausstellen. Ob es um eine berufliche Entscheidung, eine Beziehungsfrage oder die Wahl auf der Speisekarte geht – die innere Spannung bleibt oft dieselbe.
Es gefällt uns nicht, dass wir uns nicht entscheiden können. Vielleicht denken wir deshalb schlecht über uns und werten uns selbst ab. Vielleicht denken wir, mit uns stimmt etwas nicht, wenn wir uns nicht entscheiden können. In diesen Momenten übersehen wir gerne, wie viele Entscheidungen wir jeden Tag treffen, ohne dabei ins Stocken zu geraten. Ja, ohne dass uns überhaupt bewusst ist, dass wir gerade eine Entscheidung treffen. Das Leben besteht aus einer pausenlosen Kette von Entscheidungen.
Manchmal rät uns unser Verstand zu einer Sache, doch unser Herz möchte eine andere. Manchmal liegt die Ambivalenz zwischen dem, was wir wollen und dem, was unser Umfeld – unsere Familie, Freunde, unser Arbeitgeber oder die Gesellschaft – möchte oder von uns erwartet.
Manche Entscheidungen berühren nicht nur unsere Pläne, sondern unser Selbstbild. Pläne kann man leichter umwerfen und neu machen – die Identität berührt unsere Basis: unser Selbstbild und unsere Werte.
Oft fallen Entscheidungen deshalb so schwer, weil wir Angst vor der falschen Entscheidung haben. Wir weichen ihr aus, schieben sie auf, aus Angst vor den möglichen Konsequenzen der Entscheidung. Vielleicht können wir mögliche Konsequenzen schlecht einschätzen oder überschauen. Vielleicht gibt es konkrete negative Konsequenzen, die wir vermeiden wollen. Hinter der Entscheidungsschwierigkeit steht häufig weniger die Frage „Was ist richtig?“, sondern „Was verliere ich?“.
Manchmal suchen wir nach der perfekten Entscheidung – und übersehen, dass es sie nicht gibt.
Vielleicht sind die Konsequenzen generell zwar ok für uns, passen jedoch einfach momentan nicht in unser Leben.
Eventuell haben wir auch Angst, dass eine Entscheidung irreversibel ist; dass sie nicht rückgängig gemacht oder korrigiert werden kann, sobald wir uns einmal entschieden haben.
Und schliesslich bedeutet vor einer Entscheidung zu stehen, Möglichkeiten zu haben. Das fühlt sich gut an. Sich zu entscheiden, verlangt von uns, sich gegen die anderen Möglichkeiten zu entscheiden. Das verengt unseren Spielraum und beinhaltet Risiken.
Diese Risiken wiegen häufig schwerer als das Risiko keine Entscheidung zu treffen. Letzteres übersehen wir gerne.
Entscheidungsschwierigkeit ist kein Mangel an Willen. Es ist ein Zeichen innerer Mehrstimmigkeit, die wir gerne in Harmonie bringen wollen. Hier genauer zuzuhören beinhaltet eine große Chance, sich selbst besser kennenzulernen. Was bewegt mich? Was ist mir wichtig?
Und wie weiß ich, ob eine Entscheidung richtig war?
Hier funktionieren Pauschalregeln von aussen für die Entscheidungsfindung meist nicht, denn Entscheidungen sind etwas ganz Persönliches.
Im Coaching schauen wir deshalb in Ruhe, ohne zu bewerten auf deine Situation, deine Bedürfnisse und deine speziellen Rahmenbedingungen. Ich helfe dir dabei, deine innere Vielstimmigkeit deutlicher wahrzunehmen und sie in Kontext zu setzen – mit deinem System.
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